Zweihundert Jahre Karl Marx

(Karl Marx, 1818-1883)

DOMINIC LANGER

Karl Marx ist wohl einer der bekanntesten deutschen Figuren. Am Wochenende wurde in seine Geburtstadt Trier Zweihundert Jahre seit seine Geburt gefeiert. Zur Zeremonie gehörte, dass ein funferthalb Meter hohes Denkmal von Marx in Trier aufgestellt wurde, ein Geschenk der Volksrepublik Chinas. Es ist das erste Denkmal von Marx seit dem Ende des Kalten Krieges.

Wie der Oberbürgermeister von Trier, Wolfram Leibe, sagte, biete das Jubiläum eine Gelegenheit, sich ‚erneut und intensiv‘ mit Marx und seine Ideen zu beschäftigen. Auch die SPD Parteichefin Andrea Nahles sagte, man solle ‚endlich einen vorurteilsfreien Blick auf Marx‘ werfen.

Tatsächlich stellt sich die Frage, welche Relevanz seine Ideen heute noch haben. Wenn man seine Texte liest, scheint er viele der Ereignisse von heute vorhergesagt zu haben, so wie die Automatisierung. So wie Marx von Europaweite Revolutionen und Kinderarbeit in Fabriken umgeben war, setzen wir uns heute mit Themen so wie der Globalisierung und prekäre Arbeitsbedingungen auseinander. Seit sein Kommunistisches Manifest und Das Kapital publiziert wurden, gab es verschiedene Interpretation von Marx und seine Revolution gegen den Kapitalismus, von Arbeiterorganisationen bis zur parlamentarischen Revolution mit einer linke Partei. Seine Theorien beeinflussen bis heute sowohl die Interpretation der Vergangenheit, die sogenannte Marxistische Interpretation der Geschichte, als auch Ökonomer und Philosophen.

Doch Marx und seine Ideen polarisieren immer noch, vor allem in Deutschland, knapp Dreissig Jahre nach der Wiedervereinigung. Gleichzeitig zur Feier haben Leute auf der Strasse protestiert, weil die Statue als Geschenk aus China angenommen wurde. Auch wenn man nicht mit seine Ideen einverstanden ist, soll man auf jeden Fall, wie der Franzoesische Praesident Emmanuel Macron sagte, Marx lesen ‚um die Welt zu verstehen.‘

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