Wien, du schöne Stadt

Wien, du schöne Stadt
ANNE-MARIE MULLER
Wien, die Stadt mit der höchsten Lebensqualität der Welt und Reiseziel etlicher Touristen während der Weihnachtszeit. Verständlich, denn das Stadtzentrum ist übersäht mit Weihnachtsmärkten; Marillenpunsch und Leberkässemmel locken jedes Jahr Tausende Besucher an.
Zum Jahresabschluss konnte ich Wien im Winter hautnah erleben, einen Vorteil den ich genieße,
da mein Freund dort studiert. Auf etlichen Streifzügen durch die hellerleuchtete Winterwonderland-Landschaft der österreichischen Hauptstadt, haben sich einige Must Dos herauskristallisiert:
Einmal getrunken muss man haben…
Einen waschechten, überteuerten Weihnachtspunsch aus einer festlichen Weihnachtstasse. Egal
ob Mozart- (Eierlikör, Rum und Schlagobers) oder Apfel Jack Winterstrudel- (Jack und Apfelsaft)
Punsch; desto abstruser die Namen, umso besser der Geschmack.
Einmal gegessen muss man haben…
Die gerösteten Maronis oder Kartoffelspiralen, die einem auf belebten Straßen angeboten werden. Ein perfekter Snack für den kleinen Hunger zwischendurch, auf der Suche nach Christkindlmärkten. Neben Käsekrainer und Bauernleberkäse, findet man auch eine Menge an süßen Speisen. Baumkuchen mit Zimtzucker, Crêpes mit Maronencrème oder Waffeln mit Vanillesoße und heißen Beeren, alles was das Herz eines Leckermäulchens höher schlägen lässt.
Auch sonst ist Wien eine sehr ansehliche und attraktive Stadt. Es lässt nicht nur die Herzen aller Hipster höher schlagen, durch die große Anzahl an veganen Restaurants, individuellen Jutebeutel Shops oder süßen Büchergeschäften, sondern bezückt auch durch seine von den Habsburgern geprägte ästhetische
Architektur.
Einen Abstecher wert ist das kunsthistorische Museum, sei es nur für Raffaels „Madonna im Grünen“ und das Gänsehaut erregende Gefühl wenn man das eigentliche Museum betritt. Überhaupt lohnt es sich einen Blick auf Wiens Museenliste zu werfen, lang ist sie allemal. Wem Kunst und Hochkultur nicht zusagen kann sich in die bunte und hippe Kaffeekultur Wiens stürzen. Um ein ewiges Anstehen in den langen Reihen der „bloody tourists“ vor dem „Hotel Sacher“ und Co. zu vermeiden, kann man viele kleine Kaffeeoasen entdecken.
Das „Cafe Korb“ gibt es nun schon seit 110 Jahren und auch von Innen sieht es so aus als hätte jemand die Zeit angehalten; Kellner servieren dort im schwarzen Frack saftige Sachertorten und Wiener Melange. Filmplakate aus längst vergangen Zeiten zieren die Wände, Zigarrenqualm füllt den Raum und die Zeitung gibts am Stock.
Hipper hingegen ist das „Jonas Reindl“ am Schottentor, das als beliebter Studententreff gilt. Egal ob Plauderstunde mit der Freundin, Studysession mit den Komolitonen oder Sonntagnachmittagstreff, dieses Cafe eignet sich bestens. Bei einem frisch gebrühten Chai Latte oder einem aromatischen „kleinen Schwarzen“ wird selbst die trockenste Lektüre interessanter. Sollte man einmal ohne Buch oder Tablet unterwegs sein bietet sich das „Phil“ an, das die Vorzüge der Kaffeekultur mit denen eines Buchladens vereint. Vor Ort kann man feinste Mate mit einer Sonderedition von „the Humans of New York“ genießen und sich später entscheiden ob man es kaufen will. Erstaunlich ist nur, dass es noch „Starbucks“ Filialen in Wien gibt. In Nottingham leider eine traurige Notwendigkeit.
Kurz und knapp: hat man den „Christkindlmarket“ auf dem „Market Square“ nächstes Jahr satt (so
wie ich dieses Jahr), ist der Kauf eines Flugtickets nach Wien nur zu empfehlen.

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