Welcher Einfluss hat die Flüchtlingskrise auf Deutschland in 2018?

DOMINIC LANGER

Es ist bald drei Jahre her, dass Europa sich in der grössten Flüchtlingswelle seit dem Zweiten Weltkrieg befunden hat. Im Sommer 2015 haben sich ueber eine Millionen Menschen aus Kriegsgebiete so wie Syrien auf den Weg nach Europa gemacht haben. Sie haben sich selber dabei oft in Gefahr gestellt, um zum Beispiel mit ein Rettungsboot das Mittelmeer zu überqueren. Doch die Krise von damals wirft immernoch einen Schatten auf das Leben in Deutschland.

Obwohl die Krise Europaweit Länder betroffen hat, war Deutschland einer der Zielländer der Fluechtlinge, die sich ein besseres Leben mit mehr Möglichkeiten in Europa gewünscht haben, weil ihre Heimat sich unter anderem im Bürgerkrieg befunden hat.

Die Krise löste heftige Diskussionen aus, wie Deutschland reagieren sollte. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, versprach, dass Deutschland bis zu 800,000 Flüchtlinge einnehmen wuerde. Es folgte eine heftige Debatte und sowohl ihre Politik als auch ihre Führung und politische Zukunft wurden in Frage gestellt. Auf einmal wurde unklar, ob Merkel noch einmal als Kanzlerkandidatin bei der nächsten Wahl teilnehmen würde.

Die ‚Mutti Merkel‘ hat durch ihre Entscheidung viel Vertrauen verloren. Sie hat sich kurz danach entschuldigt und mit ihren jetzt berühmten Worten ‚wir schaffen das‘ ihre Entscheidung gerechtfertigt, aber die Konsequenzen blieben. Viele, vor allem in alten Ostdeutschen Bundesländern, fühlten sich vernachtlästigt, weil das Land bereit war, andere von auβerhalb vor den eigenen Leuten vor der Haustür zu helfen.

In 2018 sind die Konsequenzen immernoch zu sehen. Merkel ist zwar Kanzlerin geblieben, aber die CDU hat bei der Wahl im vergangenen Herbst über 8% ihre Stimmen verloren. Gleichzeitig hat die rechtspopulistische AfD von der Stimmung profitiert und gewann über 12% der Stimmen. Auch die kulturelle Unterschiede bleiben: die neue Grosse Koalition war kaum eine Woche im Amt, als der Innenminister Horst Seehofer mit der Aussage ‚der Islam gehört nicht zu Deutschland‘ für Wirbel gesorgt. Auch Politiker der Bayerische Schwesterpartei, die CSU, sprachen in der vergangenen Woche über Abschiebung für Flüchtlinge. Mit solchen Kommentaren wird wieder einmal klargemacht, wie sehr das Thema Flüchtlinge heute die Deutsche Politik prägt.

 

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