„Kein Fremdenhass in unserem Licht!” — Kölner Dom schaltet PEGIDA das Licht aus

„Kein Fremdenhass in unserem Licht!” — Kölner Dom schaltet PEGIDA das Licht aus

SAM OSBORN

Während der Nacht steht der Kölner Dom normalerweise nicht im Dunkeln, sondern er wird durch mehrere Flutlichtanlagen und ähnliche Lampen beleuchtet, damit alle ihn Tag und Nacht bewundern können. Allerdings hüllte sich der Kölner Dom am Montag, den 5. Januar, in Dunkelheit, um die gemeinsame Missbilligung von den Einwohnern von Köln des von der Organisation PEGIDA gezeigten Fremdenhasses auszudrücken.

Die Aktion folgte der Aufforderung von der bisher anonym gebliebenen Organisation PEGIDA, aufdie Straße zu gehen und gegen die „Islamisierung von Deutschland” zu protestieren. Als das neue Jahr anbrach, rief PEGIDA zu einer Demonstration in Köln auf dem Domvorplatz auf. Diesem Vorhaben wurde mit Widerstand von Norbert Feldhoff, dem Dompropst des Kölner Doms,begegnet.

„Die Hohe Domkirche möchte keine Kulisse für diese Demonstration bieten” erklärte Feldhoff, und das Signal erhielt auch Unterstützung von Parteimitgliedern der SPD, der CDU und der FDP. Es wurde dann der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass die Beleuchtung des Doms während des Protestes abgeschaltet werden würde.

In letzter Zeit ist Islamophobie in Deutschland trotzdem auf dem Vormarsch. Die wahrgenommene Distanz zwischen Menschen könnte daher resultieren, dass Deutschland eine säkulare Gesellschaft ist, und aus diesem Grund könnten manche den Islam für eine Religion und Kultur halten, die nicht zu der Kultur von Deutschland passt.

Islamophobie beschränkt sich aber nicht nur auf Deutschland. In der Tat fasste der von vielen gehasste britische UKIP-Vorsitzende Nigel Farage solche Angriffe wie die Charlie Hebdo- Erschießungen vor Kurzem grob und unverblümt zusammen als das, „was passiert, wenn man Fremde in seinem Land erlaubt” [sic].

Obwohl ich die Tragödie, die neulich in Paris geschah, nicht absichtlich verharmlosen oderverhöhnen möchte, haben die Redakteure von Charlie Hebdo immer „Satire” veröffentlicht, die offensichtlich rassistisch war. Es kommt mir eher vor als das, was passiert, wenn man mit Absicht Fremdenhass und offenen Rassismus zeigt, während man zur gleichen Zeit ethnische Gruppen bis zu dem Punkt diskriminiert, dass sie radikale Ansichten entwickeln.

Terrorismus sowie stärkere Einschränkungen der Pressefreiheit sind keine Lösungen. Wegen Pressefreiheit dürfen Gruppen und Organisationen wie UKIP, PEGIDA und die Redaktion von Charlie Hebdo jede Meinung veröffentlichen oder äußern, die sie wollen. Allerdings besteht der Vorbehalt, dass sie sich auch gegen jede scharfe Zurechtweisung verteidigen müssen.

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