Geizige Machthaber führen großen Wechsel herbei: die Schattenseite von Projekt Transform zeigt ihre hässliche Fratze

Geizige Machthaber führen großen Wechsel herbei: die Schattenseite von Projekt Transform zeigt ihre hässliche Fratze

SAM OSBORN

Anfang des nächsten akademischen Jahres wird das schlüpfrige Projekt Transform in die Praxis umgesetzt. Aber was genau wissen wir schon? Erstmals arbeiten etliche neue Absolventen im Auftrag des Vizekanzlers an dem Projekt und eine Gesprächsgruppe, bestehend aus aktuellen Studierenden, wurde durch Umfragen, Workshops und Feedback-Sitzungen konsultiert. Die Studierendenvertretung hat auch aktiv zu dem Entscheidungsprozess beigetragen. Obwohl die Veränderungen des Systems zwar am 1. August durchgeführt werden, war das Projekt schon lange zu erwarten gewesen. Das Studenten-Servicezentrum, das sich gegenwärtig im Portland-Gebäude befindet, wird erweitert und in fünf zentrale Informationszentren in Portland, dem ESLC, dem QMC, dem Amenities-Gebäude auf dem Jubilee Campus und noch eins auf dem Sutton Bonnington Campus aufgeteilt.

Die Begründung dieses Schrittes sei, dass Studenten dasselbe Niveau verlässlicher Informationen finden können, egal wo sie sich auf dem Universitätsgelände befinden. Außerdem wird ein neues Online-System namens “MyNottingham” eingeführt, das mit jedem Gerät und auf jedem Campus in Nottingham, Malaysia und China zugänglich ist. Wahrscheinlich die auffälligste Änderung, die Projekt Transform mit sich bringt, ist der Neubau eines der hochmodernen Lehre von geisteswissenschaftlichen Fächern gewidmeten Gebäudes, das neben der Hallward-Bibliothek zu errichten beabsichtigt wird. Portland wird auch “ausgeschlachtet” und als reines Zentrum für SU-Aktivitäten umfunktioniert.

Wie sich herausgestellt hat, ist aber der Name des Projektes Transform eigentlich ziemlich euphemistisch. Es bringt tiefe stillschweigende Einschnitte mit sich, die das Leben an der Universität  bis zur Unkenntlichkeit verändern werden. Das Projekt wird unternommen, um die administrativen Vorgänge der Universität zu optimieren und zu versichern, dass kein Geld verschwendet wird. Die Universität ist vor allem ein Unternehmen und zwar eins, das die leitenden Angestellten mit Gewinn betreiben und das Projekt soll noch mehr Geld zurücklegen. Allerdings heißt es, dass eine Unzahl von akademischem und Verwaltungspersonal als Teil des Projekts entlassen wird. Auch der Fachbereich Deutsch soll 4 Mitglieder des Lehrkörpers bis Ende des Jahres verlieren. Wen haben sie schon entlassen? Und wichtiger noch, wie treffen sie eine Entscheidung darüber, wen sie künftig entlassen sollen?

Ich muss eigentlich zugeben, Projekt Transform war mir seit Langem bewusst. Allerdings wurde ich als Studentenvertreter für den Fachbereich Deutsch auserwählt, um die Interessen der Studenten zu vertreten und nicht die des Personals. Ich war zu dem Schluss gekommen, dass das Projekt auf Dauer im besten Interesse aller Studenten wäre. Ich habe selber an einer von diesen Gesprächsgruppen teilgenommen und die grobe Idee implizit unterstützt. Dann hat sich herausgestellt, dass auch akademisches Personal entlassen wird. Das hätte nicht passieren dürfen. Ich lehne das Projekt aufgrund der direkten Unzuträglichkeit, die auf die Qualität der Ausbildung ausgeübt wird, ab. Unser Fachbereich ist schon viel zu klein um die Ansprüche ihrer Studenten zu befriedigen und erst recht so einen Verlust zu erleiden.

Unser Personal ist viel mehr als bloße Lehrkräfte. Für viele gelten sie als Betreuer, akademische Vorbilder und sogar Mitglieder der eigenen Familie. In einem eng gestrickten Fachbereich wie unserem ist jeder Verlust von Personal sofort spürbar und dieser wird sich ohne Frage als irreparabel erweisen. Die Machthaber haben offensichtlich nicht damit gerechnet, welche Wirkung diese Veränderungen zwischenmenschlich ausüben werden. Die Schlussfolgerungen des Projekts sind auch von größtem Interesse für diejenigen, die jetzt in ihrem Abschlussjahr studieren, da es den Ruf der Universität in Frage stellen wird. Der Name, der auf unseren Lebensläufen stehen wird, verewigt als eine Universität, die die Ansichten ihrer Studenten nicht völlig in Betracht zieht.

Ob und wann Projekt Transform durchgeführt wird, haben wir das Recht darauf, beziehungsweise sind wir verpflichtet es zu versuchen, die Initiative zu verhindern? Einstweilen ist die Antwort gar nicht so einfach. Heute Morgen erhielt ich eine Mail von einer Studentin in dem ersten Jahrgang, in der ein friedlicher Protest erwähnt wird. Die Demonstranten haben vor, sich am kommenden Mittwoch um 10 Uhr morgens außerhalb des Trent-Gebäudes zu versammeln und die Besucher am Tag der offenen Tür über die Änderungen zu informieren. Sie wollen auch Spruchbänder und Plakate basteln, um sie während des Prozesses zu tragen.

Auch wenn ihr die Entlassung von Administrationspersonal und des Lehrkörpers für ein grobes Fehlurteil haltet, würde ich euch dazu aufrufen, dem Protest NICHT beizutreten. Das Projekt wurde von oben nach unten erlassen. Somit war es nicht aufgrund des bezüglichen Verlangens der Studentenschaft in Bewegung gesetzt. Anders ausgedrückt, haben wir nicht darum gebeten aber wir spielen keine Rolle in dem Entscheidungsprozess. Der Protest soll an einem anderen Tag erfolgen, an dem kein Tag der offenen Tür stattfindet. Ich bin mir relativ unsicher, ob die Demonstrationen das Projekt überhaupt lahmlegen können, aber ich glaube zumindest, dass wir das Recht darauf haben, unsere Unzufriedenheit zu äußern. Als junge Akademiker sind wir verpflichtet, im Kampf gegen jenes Unrecht, bis zum letzten Atemzug trotz geringer Chancen den Krieg zu führen. Zu welchem anderen Zweck sollten wir unser kritisches Denken üben? Wir und unsere Mitarbeiter waren natürlich so lange unwissend über das Projekt, da die leitenden Angestellten der Universität sich mit uns gut stellten. Endlich ist es an der Zeit für diejenigen, die so viel für uns gemacht haben, einzutreten.

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