Ein kurzes Interview mit Susanne Scholl

Ein kurzes Interview mit Susanne Scholl

BLAKE PURCHASE

Vor zwei Wochen befragte ich Susanne Scholl, eine Journalistin und Schriftstellerin, die beim ORF als Auslandskorrespondentin gearbeitet hat. Sie verbrachte über 15 Jahre in Moskau und ist deshalb eine Fachfrau für russische Angelegenheiten.

Wir haben jedoch über den Aufstieg von PEGIDA geredet und was es für das Umfeld Europas bedeuten könnte. Scholl ist eigentlich Mitglied von „Frauen gegen PEGIDA“, eine Gruppe, die unter dem Motto „Hand in Hand gegen Angst und Gewalt“ handelt. Sie ist stark der Meinung, dass PEGIDA „einfach Nazis sind“, „da ihre Parolen Nazi-Parolen“ seien. „Unsere Regeln, unsere Traditionen“ ist ein typisches Beispiel dieser Parolen. Sollten wir deshalb mit ihr glauben, dass diese Form von Hass bekämpft werden muss? Ich stimme ihr zu.

Zunächst fragte ich sie, ob PEGIDA eine Bedrohung für den Frieden werden könnte. Ihre Antwort war eine kräftige Widerlegung der Engstirnigkeit dieser Fundamentalisten. „Absolut“, rief sie aus. Sachdienlich fand ich ihre Reaktion. „Die Hysterie wird in Europa ganz übertrieben“, als sie die Korrelation zwischen Islamfeindlichkeit und Immigration verglich.

Obwohl Regierungen Werte in ihre Länder  hervorrufen sollten, ist es abscheuerlich, dass diese Leute wegen ihrer Religion diskriminiert werden, also seien tatsächlich Muslime „die größten Opfer islamistischer Extremisten“.

Susanne Scholl glaubt, dass der Aufstieg PEGIDAs Teil eines „europaweiten Problems“ ist. Das konnte ich gänzlich nachvollziehen. „Man hat in Frankreich mit dem Front National das gleiche Phänomen“. Ich teile ihre Meinung insofern, dass wir ein Mangel an Bildung haben. Vielleicht ist diese europaweite Welle aufgrund der Tatsache entstanden, dass „man zu wenig über die Vergangenheit weiß.“

Höchstwahrscheinlich würde Islamfeindlichkeit weniger auffällig sein, wenn wir europaweit mehr über die Geschichte des Krieges gelernt hätten. Sonst haben wir dieses Problem in der Gegenwart. Daher fragte ich, ob wir uns Sorgen machen sollten. „Sorgen machen nicht, aber ich würde dagegen demonstrieren.“ Diese Aussage rief bei den gespannten Zuhörern etwas Gelächter hervor. „In Wien gab es dreihundert PEGIDA-Leute und 3000 Anti-PEGIDA-Leute.“ Ihre Überzeugung finde ich imponierend. Wir brauchen mehr Menschen wie Susanne Scholl, um dieser gefährliche Bewegung entgegenzutreten.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*