Ein Interview mit Martin Durrell

Ein Interview mit Martin Durrell

HANNAH CAMPBELL Am 7. Oktober kam der berühmte Germanist Professor Martin Durrell nach Nottingham um einen Vortrag an der Universität zu geben. Leser und Leserinnen werden ihn von der sehr bekannten Grammatik ‚Essential German Grammar‘ und ‚Hammer’s German Grammar‘ erkennen, weshalb man im German Department sehr aufgeregt war! Dozenten und Studenten trafen zusammen um über das Thema „Sprache und ideologische Konstrukte der nationalen Einheit: die Falle von Deutschland” zu lernen. Der faszinierende Vortrag wurde von einer Diskussion gefolgt, worin die Zuschauer die Chance hatten, sich auszutauschen und voneinander zu hören und ihre Meinungen zu teilen. Danach gab es die aufregende Gelegenheit eines Interviews – und die Rundschau hatte Glück! Nach kurzen Vorstellungen saßen wir zusammen, bereit unsere Fragen zu stellen, und so fing das Interview an.

Zunächst begrüßte unsere Chefredakteur Professor Durrell an der Universität. In unseren ersten Fragen ging es um seine Anerkennung unter Studenten des Deutschen und seine veröffentlichten Grammatiken. Wir fragten um seine weitere Karriere – was ist sein Spezialgebiet? Er antwortete, dass sein umfassendes Gebiet Soziolinguistik sei und er in deutscher Dialektologie promoviert habe. Wir fragten, ob er Rat für Studenten vor dem ersten akademischen Grad geben würde, die Doktoranden werden wollten. Laut ihm komme es auf die Lerntechnik und das Selbstvertrauen in selbstständiger Untersuchung an. Er glaubt, dass es heute immer einfacher ist, mehr und mehr Daten zu sammeln – „soviel ist heute online, es ist fantastisch! […] Man muss Zugriff auf aktuellen Quellen haben. Wenn man promoviert, sind gute Daten wirklich wichtig.“ Als wir uns nach seiner laufenden Forschung erkundigen, lacht er – „In meinem Alter?“ (Professor Durrell ist vor sieben Jahre in den Ruhestand getreten). Jedoch, erzählte er, dass er die neueste Edition des ‚Hammer’s German Grammar‘ in Arbeit hat – aufregende Neuigkeit für unsere Leser und Leserinnen! Er informierte uns auch, dass er auch Niederländisch studierte, und es an der Universität gelehrt hat. Für das German Department ist das besonders interessant wegen unseres eigenen kleinen niederländischen Teils.

Nach dieser Frage wird das Gespräch um einiges spezifischer. Er hat viele wichtige Sprachereignisse gesehen, und wir befragen ihn zu seiner ehemaligen Arbeit bei der deutschen orthographischen Reform von 1996. Denkt er, dass Rechtschreibungsregulierung manchmal repressiv sein kann?

„Nein.“ Eine einfache Antwort! Er erklärte, dass Rechtschreibungsregulierung sehr üblich in vielen Länder ist und eine wichtige Aufgabe des Bildungsministeriums ist. In den Niederlanden gibt es sogar ein ‚groene boekje‘, das die Sprache reguliert. Professor Durrell glaubt, dass Rechtschreibungsregulierung für die englische Sprache fast unmöglich sein würde. Es gibt einfach zu viele Varietäten der Sprache. Wir fragen, ob Rechtschreibungsregulierung die Entwicklung einer Sprache unterbricht? Seine Beantwortung umfasst das Konzept, dass Rechtschreibung nur eine gesellschaftliche Konvention ist. Er glaubt, dass Veränderungen in gesprochener Sprache zwangsläufig sind und diese passieren heutzutage sehr häufig wegen technologischer Entwicklungen.

Wir fahren mit dem Thema der unterdrückten Sprachen fort. Was denkt er über das Konzept, dass Deutsch einer Sprache war, die nach dem Zweiten Weltkrieg unterdrückt wurde? Seiner Meinung nach sei es möglicherweise ein bisschen übertrieben, aber er stimmt, dass es große Vorurteil gegen die Deutschen gab. Laut ihm gibt es heutzutage auch Unterdrückung der deutschen Sprache in den USA, wodurch viele ‚deutsche Amerikaner‘ die Sprache nicht behalten werden. Er glaubt, dass es einfach wegen der Ehe ist – Menschen heiraten außerhalb der Sprachbarriere und deshalb mangelt es an Erhaltung.

Zuletzt, mussten wir ihn zu einer sehr beeindruckenden Leistung fragen. Er wurde 2002 mit dem Bundesverdienstkreuz (BVK) ausgezeichnet – eine Auszeichnung von sehr hohem Niveau. Er erklärt, dass im Vereinigtes Königreich diese Ehre nur auf die Briten begrenzt ist, aber in Deutschland ist das System ein bisschen offener. Wenn man zum Anglo-Deutschen Verständnis beigetragen hat, könnte man die Auszeichnung auch empfangen – und so ging es für Professor Durrell!

Damit waren wir fertig. Wir dankten ihm für seine Zeit, und er lachte noch wieder – „Kein Problem!“. Am nächsten Tag ging er nach London für eine Sprachkonferenz, und wir gingen beeindruckt weg. Sprachstudien, so scheint es, bleiben relevant wie immer, und die Studenten dieser Fächer können deutlich mehr darüber lernen und entdecken!

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