„Das Weiße Band“

„Das Weiße Band“

LUCINDA BOLTON

Wenn immer wir mit menschlichem Bösem konfrontiert werden, rationalisieren wir es indem wir dessen Ursache suchen. In der Suche nach der Wurzel des Bösen, moralisieren wir über die Vergangenheit und somit aberkennen unserer eigenen Vergangenheit – wir sind jetzt anders als damals.

‘Das Weiße Band’ stellt die getrübten Erinnerungen eines ältlichen Protagonist dar, der versucht die abscheulichen Taten der nazifizierten Deutschen zu erklären. Er sucht nach der Wurzel dieses Bösen,in der Kindheit seiner Landsleute. Er erinnert sich an seine Zeit als Lehrer, von 1913-14, in dem stillen Dorf Eichwald in Norddeutschland.

Die Einwohner dieses Dorfs werden von einem puritanischen Pastor, einem Doktor und einem Baron beherrscht. Die akzeptierte Tyrannei, mit der diese Männer herrschen, verkindlict die Bevölkerung zudem Maß, dass sie Böses von Gutem nicht unterscheiden können. Die Kinder des Pastors vor allem werden für kleine Vergehen grausam gezüchtigt. Was zur Folge hat, dass die Einwohner anfingen sinnlose Grausamkeiten gegen einander zuzufügen.

Für den Doktor wird eine Falle gelegt und als er durch das Dorf reitet, stürzt er. Der Sohn des Barons wird gefesselt und verprügelt gefunden. Eine Scheune brennt nieder. Der geistig behinderte Sohn der Hebamme wird angegriffen und wird dadurch fast verblindet. Die Tochter des Pastors öffnet den Käfig des Parakeeten mit einer Schere in der Hand. Der Parakeet wird später tot gefunden. Wir erfahren nie wer der Täter dieser Grausamkeiten ist, und es ist auch nicht wichtig es zu wissen. Für diese grausamen Taten ist das ganze Dorf verantwortlich, ein Dorf geprägt durch Gewalt. Man könnte fragen, wie diese Darstellung der Kindheit der Deutschen, die Taten der Nazizeit absolvieren kann. In solch einer gewalttätigen Umgebung, kann man nichts anderes erwarten als die ‚Züchtung‘ einer gewalttätigen Generation.

Die Schilderung dieser deutschen Kindheit versucht jedoch nicht die Taten der Nazis zu rechtfertigen. Der Erzähler wird als unverlässlich dargestellt; er manipuliert seine Erinnerungen. Verzweifelt kreiert er eine Vergangenheit, welche die Gegenwart rechtfertigen soll.

Ich empfehle diesen Film ‚Das Weiße Band‘, jedem Student der Germanistik. Man kann diesem beeindruckenden Film leicht folgen. Vor allem, hat dieser Film eine wichtige Botschaft, für die Studenten die Deutsche Geschichte studieren möchten. Was wir von Erzählungen der Vergangenheit Anderer lehren können, ist in der Tatsache ihre Gegenwart. Die Motivation seine eigene Geschichte zu schreiben, ist in dem ‚Jetzt‘. ‚Das Weiße Band’ verdeutlicht das.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*