Conchita Wurst: Ein grosses ‚LMAA‘ zu den Hassern

Conchita Wurst: Ein grosses ‚LMAA‘ zu den Hassern

NICK DAVIS – Für die, die es nicht weißt: LMAA bedeutet „leck mich am Arsch“ (oder so wurde mir von meinen Freunden in Frankfurt-am-Main gesagt).

Für die, die es auch verpasst haben (oder vielleicht sogar übergegangen sind): Conchita Wurst von Österreich hat den Eurovision Song Contest gewonnen. Mit 290 Punkten, und volle Punktzahl von dreizehn Ländern; von den UK, Italien, Slowenien, Belgien, Finnland, Griechenland, Israel, Irland, Portugal, die Niederlände, Spanien, Schweden und der Schweiz hat Österreich 12 Punkte bekommen. Und Frau Wurst war auch die populärste Musiker/in des Wettbewerbs bei den Deutschen, da das Publikum ihr doch auch zwölf Punkte gab (die deutsche Kritiker haben jedoch fuer die Niederlanden als ihren Gewinner entschieden).

Als ich das erste Mal die Conchita gesehen habe, dachte ich mir, dass Österreich sich nicht um den Contest kümmert und dass sie deshalb eine Witz-Teilnehmerin nach Kopenhagen geschickt haben. Ich hätte mich nicht mehr irren können „Rise Like a Phoenix“ ist ein sehr schönes Lied, sehr gut von der Conchita vorgestellt.

Was scheint mir als das Ziel von Conchita (auch bekannt als Tom Neuwirth, ursprünglich aus Gmunden, Österreich), ist vielleicht gar nicht so einfach wie es scheint.

Ja – die Conchita hat sehr gut gesungen. Ja – das Lied war sehr schön. Ja – es war sehr schön, das Österreich ihr erste Sieg seit 1966 hat. Doch, es gab auch grössere und wichtigere Gründe hinter der Teilnahme und dem Sieg der Wurst.

Conchita sagt, und Tom zustimmt, dass der kleine Tom viele Probleme beim Aufwachsen hatte. Wegen seiner nicht ganz gewoehnlichen Geschlechtsidentitaet gemobbt und von der Gesellschaft nicht verstanden und als ‚komisch‘ und ‚unnatuerlich‘ bezeichnet, hat Tom während seiner Schulzeit vermieden auf die Toilette während Pausen zu gehen, falls er wieder gemobbt wurde.

Is es denn wirklich so unglaublich, dass Tom eine Identitätskrise hat? Nicht nur das sondern auch, dass er (sie) das neue Bild von einer bärtigen Frau schafft?

Für mich sagt es: „Ich kümmere mich nicht um Eueren Hass. Nicht um ob ICH Mann oder Frau bin, und definitiv nicht um die Geschlechtsregeln. Warum gibt es die sowieso?‘

Conchita-Toms Talent ist offensichtlich. klar, ihre/seine Stimme ist nicht zu ignorieren. Und das ist was bei einem Contest zaehlt! Die Message ist für mich klar: wenn man Talent hat, eine gute Person ist und andere respektiert, soll es egal sein, ob man Mann, Frau oder etwas inzwischen ist. Es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern jede Schattierung von grau.

Conchita will sich von den Aschen ihres früheren Leben „wie ein Phönix“ erheben. Sie ist die Königin des Comebacks. Ein Comeback machte sie letztes Jahr mit ihrem Gewinn bei der oesterreichischen Vorentscheidung zum ESC 2012, wo sie nur den zweiten Platz erreicht hatte. Ein weiteres Comeback machte sie bei ESC 2014, und wird sie hoffentlich immer machen, wenn sie von Europa und der Welt als das akzeptiert wird was sie ist – eine verdammt gute Sängerin. , von ganz Europa und von der ganzen Welt.

Wir warten jetzt noch auf Russland, Weißrussland et al.

 

Gut gemacht, Conchita. Ich freue mich schon auf Wien 2015!

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