Chefket

Chefket

Von Thomas Clements

Mit musikalischem Talent gesegnet, ist Chefket vielleicht das Beste, was der Deutsch-Rap momentan zu bieten hat. Seit beinahe acht Jahren ist er Teil der Berliner-Untergrundszene. In den letzten zwei Jahren entpuppte sich der türkischstämmige Rapper, der ursprünglich aus Heidenheim kommt, als gefeierter Star auf der Bühne des größten Hip-Hop Festivals Deutschlands, dem „Splash!“. Dadurch hat er sich einen Namen im deutschen Rap gemacht.

Obwohl deutscher Hip-Hop durch die Gangsta-Rap-Szene geprägt wird, orientiert sich der Berliner Chefket absichtlich anders. Der 31-jährige Rapper entspricht nicht der herkömmlichen Vorstellung von Rap und ihn mit den populären sowie egomanischen Rappern Sido und Bushido gleichzusetzen wäre geradezu lächerlich.

Schon auf den ersten Blick erkennt man die außergewöhnliche Qualität seiner Musik. Chefket macht allerdings echten Hip-Hop im ursprünglichen Sinne. Mit seinen Tracks zeigt er recht deutlich, dass er seine eigene Identität schaffen will. Deswegen wirkt seine Musik ehrlich und glaubwürdig. Besonderen Wert legt er auf die Inhalte seiner Lyrics: Diese sind so gefühlvoll wie wortreich. In der größtenteils engstirnigen deutschsprachigen Hip-Hop-Szene bildet er damit eine Ausnahme. Mit seinen ausgeklügelten Wortspielen pendelt Chefket thematisch zwischen Introspektion und dem Alltagsleben in Berlin. Auch Verschwörungstheorien sucht man nicht vergebens.

Nicht nur Hip-Hop, sondern auch seine Eltern seien seine größten Einflüsse. Sein Papa war Sänger und seine Mutter Gitarristin, daraus entwickelte er ein gutes Gespür für Harmonien und eine ausgezeichnete Gesangstimme, die sich sehr gut in Hip-Hop Rhythmen einfügt. Seine akustische Musik weist eine fröhliche Grundstimmung auf, er lässt seiner Kreativität darin freien Lauf.

In seiner Musik stößt der Hörer auf Elemente verschiedenster Stilrichtungen wie Rock, Jazz, Funk. Sogar klassische Musik aus der Türkei findet Eingang in seine Songs, dadurch eröffnet seine Musik auch Verfechtern anderer Genres einen Zugang zu Hip-Hop. Für Chefket steht fest: Hip-Hop muss authentisch sein, zugleich aber erfinderisch. Mithilfe seiner mitreißenden und abwechslungsreichen Art und Weise schafft er es fast jeden Rapper in der Szene, klischeehaft und unkreativ aussehen zu lassen.

Kurzum: Chefkets Musik geht ins Ohr. Ausserdem, bleibt er sich treu und verzichtet auf Ruhm, Geld und medialen Hype. Für ihn „geht‘s nur um die Fans.“

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