Angreifer in Beirut, Baghdad und Paris sind keine Repräsentanten des Islams

Angreifer in Beirut, Baghdad und Paris sind keine Repräsentanten des Islams

SAM OSBORN Weit verbreitetem Aberglauben folgend ist Freitag der 13. stets für einen unglücklichen Tag gehalten worden und niemals ist dieser Tag beklagenswerter gewesen als dieses Jahr. Die tragischen Ereignisse von gestern haben die Welt in einen Schockzustand versetz. Zahlreiche Bombenattentate am selben Tag in drei verschiedenen Städten rund um die Welt: Paris, Beirut (Libanon) und ein Bombenanschlag bei einem Begräbnis in Baghdad, Irak.

Zusammen mit zwei Erdbeben in Japan und Mexiko sind diese höchst bedauerlichen Umständen kaum zu erfassen; Facebook hat sogar dafür gesorgt, dass man seiner Familie und seinen Freunden durch ein neues Benachrichtigungssystem mitteilen kann, ob man noch am Leben und in Sicherheit ist. Nur Momente nach dem Angriff in Paris war die neue Sicherheitscheck-Funktion bereit und betriebsfähig.

Der deutsche Bundespräsident Joahcim Gauck hat anerkannt, „die vergangene Nacht hat uns alle tief erschüttert. Aber die Terroristen werden nicht das letzte Wort haben.” Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auch entsetzt und hat per Twitter darauf bestanden, dass Deutschland sich niemals dem Hass, dem Fanatismus oder der Gewalt beugen wird.

Kommunikation und Nachrichten sind einstweilen eingeschränkt. Dies wurde getan, um den Terroristen keine weitere Information preiszugeben. In Paris aber rufen die Behörden dazu auf, Blut zu spenden, um für die 200 Verletzten und die 80 in Lebensgefahr Befindlichen zu sorgen. Bis jetzt sind 128 Menschen entweder während der Angriffe oder kurz danach ums Leben gekommen, die im Stade de France und dem Bataclan Theater stattgefunden haben. Weiterhin hat die Bundesregierung laut Regierungssprecher Seibert jede gewünschte Unterstützung bei der Bekämpfung des Terrorismus zugesagt.

Bei diesen Ereignissen ist es von höchster Wichtigkeit anzumerken, dass den Islam für solche Angriffe kein Verschulden trifft. Obwohl die Terroristen, die im Nahost unter dem Namen „Daesh” bekannt sind, sich „Islamischer Staat” nennen mögen, heißt dies nicht, dass sie durch Akte von Selbstmordanschlägen die wahre Botschaft des Islams ausleben.

Es passiert relativ häufig, dass man zügig die Handlungen von solchen Extremisten beurteilt, und  sie mit dem Islam verbindet. Allerdings trennt man das Christentum von den Taten der IRA, dem Ku-Klux-Klan oder der Westboro Baptist Church viel schneller als man denken würde.

In Baghdad wurden 16 Menschen getötet und 39 verletzt, als ein einzelner Selbstmordattentäter bei einer Beerdigung zuschlug. Die Gäste trauerten einem Opfer von einem Taliban-Angriff. Angesichts der Demonstration von solchem Schrecken ist es schwierig, den Sinn des Ganzen oder das Vorhaben, das dahinter steckt, nachzuvollziehen und zu erklären. Gerade in dieser Zeit müssen wir sowohl auf der Seite unserer Brüder und Schwestern aus dem Mittleren Osten stehen wie auch auf der Seite derjenigen, die in Paris betroffen sind.

Während der Angriffe im Libanon wurden weitere Vorfälle von zivilen Opfern vermieden, als ein Zuschauer den Täter zur Seite schob und die volle Gewalt der Bombenexplosion auf sich selbst nahm. Nach dem ersten Angriff auf eine Moschee in Beirut, dem tödlichsten Angriff in der Stadt seit dem Zivilkrieg, der 37 Menschen aus dem Leben riss, merkte Adel Termos, der Vater von zwei Kindern, dass ein zweiter Attentäter, als eine Frau in einer Burka verkleidet, sich einer Moschee in dem Südstadtrand Burj Al Barajneh näherte, wo hunderte für das Freitagsgebet versammelt waren. Termos packte den Täter, der seine Bomben sprengte und durch diese Tat Termos’ und sein eigenes Leben mit sich nahm.

Termos hat sein Leben hunderter anderer wegen geopfert. Solche Tapferkeit und Menschlichkeit sind selten bezeugt, aber sie entsprechen der vorher beschriebenen wahren Botschaft des Islam. Die Botschaft des Islam ist eine von Liebe und Mitleid für alle und vor allem von Gewaltfreiheit. Der im Koran erwähnten Dschihad dreht sich eigentlich nicht um Krieg unter Nationen, mit Waffen gekämpft, sondern er beschreibt den inneren Konflikt zwischen Gut und Böse. Genauer gesagt der von Gott eingeflößte Trieb, Gutes zu stiften und gegen unreine und gottlose Triebe zu kämpfen. Wenn wir und Extremisten das nachvollziehen könnten, wäre die Schaffung einer besseren Welt einen Schritt näher gebracht worden.

Terrorismus hat keine Religion und keine Religion verzeiht Terrorismus.

1 Kommentar zu “Angreifer in Beirut, Baghdad und Paris sind keine Repräsentanten des Islams”

  1. […] hat; der Islam ist keine Terrorreligion die die Vernichtung der nicht-islamischen Menschheit sucht. „Terrorismus hat keine Religion und keine Religion verzeiht Terrorismus“ schrieb Kollege Sam Osborn nach den Anschlägen von Paris– und er hat verdammt Recht damit. Dass […]

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